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40 Tage Plastikfasten

Abfallvermeidung

Ein Selbstexperiment unserer Kollegin

 
Das Thema Plastik ist derzeit in aller Munde: Plastik im Meer, Mikroplastik in Kosmetikartikeln, Plastik im Bioabfall und schließlich im Kompost. Ich habe das Gefühl, dass sich etwas bewegt. Das Bewusstsein hat sich verändert. Während Kunststoff einst ein von der Menschheit entwickeltes Allheilmittel war, steigt die Skepsis. Täglich landen Unmengen von Kunststoffen auf dem Müll. Oft schon nach einmaliger Benutzung, wie es z. B. bei Strohhalmen, Plastiktüten oder Einweggeschirr der Fall ist. Gut, dass sich jetzt etwas im Denken vieler Menschen verändert.

Plastik im Meer

Denn längst ist bekannt, was Plastik mit unseren Meeren anrichtet. Müllinseln aus Kunststoffabfällen schwimmen in der Größe von ganzen Kontintenten im Meer herum. Dabei machen die Plastikabfälle, die an der Oberfläche sichtbar sind nur rd. 6 % der gesamten Abfälle im Meer aus. Geht es so weiter, wird es bald mehr Abfälle im Meer geben als Fische. Erschreckend. 

Plastik im Kompost

Aber nicht nur im Meer sorgen Kunststoffabfälle für Probleme. Wird Plastik über die Biotonne entsorgt, so kann es zu Abreibungen kommen. Kleine Mikroplastikpartikel können somit letztendlich im Kompost landen, der aus den Bioabfällen hergestellt wird. Und jeder weiß: Was als Kompost auf dem Acker landet, kann schlussendlich auch in unsere Nahrung gelangen. Schon jetzt gibt es Studien, die nachweisen, dass sich Mikroplastikpartikel im menschlichen Stuhlgang befinden. Wie sie hinein gelangen? Vermutlich über die verschiedensten Wege.

Plastik im Körper

Aber möchte ich tatsächlich Mikroplastik in mir haben? Die Antwort lautet eindeutig nein! Also, was kann ich tun? Ich denke, ich lebe bereits sehr bewusst, achte darauf, dass ich nur wenig Abfälle produziere, Dinge mehrmals verwende. Aber als ich neulich in Ludwigsburg auf dem Kongress "Plastikfreie Stadt" war und den Vorträgen lauschte, habe ich mich gefragt: Kann ich nicht noch mehr tun? Meine Antwort: Man kann immer noch mehr tun!
 

Tag 1: Plastik in der Küche

Es geht los! 40 Tage Plastikfasten :-) Weg mit dem Plastik in der Küche! Aber wo findet sich eigentlich überall Plastik in der Küche? Ich habe mich umgesehen und muss feststellen, dass ich mehr Plastik in der Küche habe, als ich zunächst vermutet hatte.

  • Schneidebrett aus Kunststoff
  • Kochlöffel und Salatbesteck aus Kunststoff
  • eine ganze Schublade voller Plastik-Lunch-Boxen
  • Frischhaltefolie
  • PET-Flaschen
  • ganz zu schweigen von verschiedenen Lebensmitteln, die leider in Plastik verpackt sind
  • meinen geliebten Smoothie-Maker mit seinen Smoothie-Flaschen aus Kunststoff

Ich bin mal wieder ernüchtert. Dass ich tatsächlich noch so viel Plastik in der Küche habe, hätte ich nicht gedacht. Während meiner Internetrecherche bin ich auf super Blogs gestoßen, die zeigen, wie ich in Zukunft auf Plastik in der Küche verzichten kann, z. B. Elisabeth Green Jetzt kann es also wirklich los gehen! :-)
 

Tag 2: Adieu Kunststoff-Küchenhelfer!

Die erste Herausforderung konnte ich ohne Probleme meistern. Mein Kunststoff-Schneidebrett habe ich aus der Küche verbannt. Stattdessen nutze ich nun ein Holzschneidebrett, dass ich vor einer Ewigkeit von meinen Eltern geschenkt bekommen habe. Ähnliches gilt für meine Kochlöffel und das Salatbesteck aus Kunststoff. Auch hier hatte ich bereits Alternativen aus Holz im Haus. Besonders freue ich mich über mein Salatbesteck aus Olivenholz, dass ich vor 5 Jahren bei einem Urlaub auf Korfu gekauft hatte - das darf endlich auch wieder zum Einsatz kommen!
 

Tag 6: Bienenwachstücher

Letzte Woche habe ich mir sogenannte "Bienenwachstücher" gekauft. Sie ersetzen Alu- und Frischhaltefolie in der Küche und sind abwaschbar. Laut Hersteller halten sie ca. ein Jahr lang. Es gibt sie in vielen bunten Farben und unterschiedlichsten Größen. Ich bin gespannt! Beim Aufpacken ist mir ein starker Honig-Geruch in die Nase gestiegen, aber vielleicht vergeht das ja mit der Zeit. An sich finde ich die Idee super! Gerade Alu- und Frischhaltefolie sind klassische Wegwerfprodukte. Ein abwaschbares, wiederverwendbares Alternativprodukt erscheint mir daher völlig logisch. Inzwischen habe ich auf YouTube verschiedenste DIY-Video-Anleitungen gefunden, die in ein paar wenigen Schritten erklären, wie man die Wachstücher auch selbst herstellen kann! Eine geniale Idee :-) So kann man aus einem tollen Stoff seine ganz individuellen Wachstücher selbst herstellen!

Kleiner Nachtrag: Inzwischen riechen die Tücher tatsächlich nicht mehr so intensiv nach Honig!
 

Tag 7: Trinkhalm aus Glas

100 % plastikfrei, purer Geschmack, extrem stabil, made in Germany - steht auf der Verpackung meiner neuen Trinkhalme aus Glas. Kling vielversprechend :-) Eigentlich bin ich kein Fan von Trinkhalmen. Egal ob aus Kunststoff, Papier, Metall, Glas oder als Nudel - ich brauche einfach keine Trinkhalme. Aber ich weiß, dass ich da ein Einzelfall bin und viele Menschen nicht auf ihr "Luxusgut" verzichten möchten. Voll in Ordnung! Immerhin gibt es inzwischen ja vielfältige Alternativen. Ich habe mich schlussendlich für die Variante aus Glas entschieden. Mir war wichtig, dass ich ein Produkt habe, dass ich mehrmals verwenden kann - also bloß kein Strohhalm aus Papier oder ökologischem Material. Dieser landet schlussendlich auch nach einmaliger Nutzung auf dem Müll. Die Glasvariante fand ich dann charmant, da man einfach genau sieht, ob der Trinkhalm sauber geworden ist - was bei Metall nicht der Fall ist. Meine Gäste dürfen in Zukunft also aus Glashalmen trinken :-)