Biomüll-Scouts

für eine saubere Umwelt!

Ab Anfang Juli sind unsere Biomüll-Scouts verstärkt im Landkreis Ludwigsburg unterwegs. Morgens um 6 Uhr beginnt ihre Arbeit. Noch vor dem Müllfahrzeug durchkämmen sie am Leerungstag die Wohngebiete. Ausgestattet mit Handschuhen und einer Zange öffnen sie hunderte Biotonnen-Deckel am Tag - mit dem Ziel, die Biomüllqualität zu verbessern.

Sind tatsächlich nur organisch abbaubare Abfälle in der Biotonne, die dort auch hineingehören? Ja? Alles super! Denn Bioabfälle sind kein wertloser Müll. Im Biomüll steckt noch ganz viel drin. So kann aus "sauberem" Biomüll Biogas und wertvoller Kompost gewonnen werden. 

Befinden sich Fremdstoffe in der Biotonne, wie Glas, Plastik oder Metall kann dies Folgen haben, z. B. in Form einer gelben Karte als Verwarnung. Bei schlimmerer oder wiederholter Fehlbefüllung gibt's die rote Karte - sprich die Tonne bleibt stehen, muss nachsortiert werden oder eine Sonderleerung wird in Rechnung gestellt. Wie das Ampelsystem genau funktioniert, erfahren Sie hier

Fakt ist: Fremdstoffe gehören nicht in die Biotonne - sie können sogar schädlich für uns sein! Alles was nicht in die Biotonne gehört, muss unter großem Aufwand aus dem Biomüll gefischt werden. Da dies oft nicht vollständig möglich ist, verbleibt z. B. Mikroplastik im fertigen Kompost und landet auf dem Acker.

Wer richtig trennt, leistet einen wichtigen Beitrag für eine saubere Erde und eine geschützte Umwelt.

 

Häufige Fragen und Antworten

Im Biomüll des Landkreises Ludwigsburg befinden sich noch zu viele Abfälle, die dort nicht hineingehören – insgesamt rund drei Prozent. Was auf den ersten Blick nach wenig klingt, sind im Schnitt pro Jahr rund 900 t. Darunter finden sich z. B. Plastiktüten, auch sogenannte kompostierbare Plastiktüten, die sich in der Verwertungsanlage gar nicht oder zu langsam zersetzen. Aber auch Aluminiumfolien, Glas und Hartplastik finden sich in den Biotonnen wieder. Zum Teil werden Biotonnen auch "missbräuchlich" genutzt und komplett mit Restmüll oder Verpackungsmaterialien statt mit Biomüll befüllt. 

All diese Störstoffe müssen aufwändig aus dem Biomüll gefischt werden, um die Grenzwerte einzuhalten und hochwertigen Kompost zu erzeugen. Da dies nicht immer vollständig möglich ist, können Mikroplastik, Glasscherben oder Aluminiumteilchen im fertigen Kompost verbleiben und auf dem Acker landen. Dies ist schlecht für die Umwelt und unsere Gesundheit. Außerdem muss der Kompost, der in Verwertungsanlagen aus dem Biomüll hergestellt wird, wegen zu vieler Störstoffe sehr fein gesiebt werden. Beim Absieben werden aber nicht nur Störstoffe aussortiert, sondern auch verwertbarer Biomüll wie kleine Äste. Dieser störstoffhaltige Biomüll wird verbrannt, statt nachhaltig zu Kompost und Biogas verwertet zu werden. Je feiner die Siebung, desto höher sind die Kosten für die Verwertung des Biomülls.

Insgesamt gibt es vier Abstufungen: Für sauber getrennte Biotonnen gibt es eine grüne Karte. Biotonnen, die nur wenige Fehlwürfe enthalten, bekommen eine gelbe Karte. Die Tonne wird nochmal geleert, es muss aber zukünftig sauber getrennt werden. Bei mehreren oder schwerwiegenden Fehlwürfen gibt es eine rote Karte. Dann bleibt die Tonne stehen und wird nicht geleert, bis sie nachsortiert wird. Alternativ können Betroffene die Abfälle auch in ihre Restmülltonne leeren oder sie beauftragen eine Sonderleerung. Diese kostet um die 30 Euro, je nach Tonnengröße. Für Wiederholungstäter gibt es eine dunkelrote Karte, was in jedem Fall eine kostenpflichtige Sonderleerung nach sich zieht. Eine detailliertere Übersicht finden Sie hier

Die Biomüll-Scouts sichten nur Biotonnen, die am Leerungstag zur Leerung am Gehweg oder Straßenrand bereitstehen. Es werden keine Grundstücke betreten, um z. B. nicht bereitgestellte Tonnen zu sichten.

Ja. Die Banderolen werden am Leerungstag und vor der Leerung von den Biomüll-Scouts an den Biotonnen angebracht. Nach der Leerung dürfen Sie die Banderole wieder entfernen. Bitte entsorgen Sie sie in der Restmülltonne.

Unsere Bioscouts gehen selbstverständlich sehr sensibel vor. Außerdem gibt es ein stufenweises Vorgehen. Wenn Tonnen nur vereinzelt einen Fehlwurf enthalten, weil z. B. jemand Fremdes etwas in die Biotonne geworfen hat oder es einen unbeabsichtigten Fehlwurf gab, sind keine Konsequenzen zu befürchten. Uns geht es vielmehr um Biotonnen, die schwerwiegend falsch befüllt sind, z. B. komplett mit Restmüll oder Verpackungsmaterial. Solche missbräuchlich falsch befüllten Tonnen sorgen für Probleme in der Verwertungsanlage. Die Störstoffe müssen aufwändig aussortiert werden. Außerdem kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass Überbleibsel oder auch Mikroplastikpartikel im Kompost verleiben und somit auf dem Acker landen.

Die Banderole in den Farben grün, gelb, rot oder dunkelrot wird vor der Leerung an der Biotonne angebracht. Wir können nicht ausschließen, dass Ihre Nachbarn die Farbe der Banderole erkennen. Zum Teil stehen Biotonnen aber auch gesammelt an einer Straßenecke zur Abholung bereit, in solchen Fällen ist eine Zuordnung zu Haushalten für Ihre Nachbarn prinzipiell schwerer zu erkennen. Die Banderolen dürfen außerdem direkt nach der Leerung von Ihnen entfernt werden. Sie bleiben nicht dauerhaft an den Tonnen.

Nur wenn wir sauberen Biomüll einsammeln, kann dieser auch nachhaltig zu Kompost und Biogas verwertet werden. Es geht uns bei diesem Projekt um Klima- und Umweltschutz, was uns allen wiederum zu Gute kommt. Wir wollen etwas für die Gemeinschaft tun: Wertstoffe nachhaltig verwerten und sauberen Kompost für eine saubere Erde herstellen. Für mehr Umweltschutz und für unsere Gesundheit.