Stilllegung der Deponie AM LEMBERG

Deponierung

Beitrag zum Umweltschutz

Auf der Deponie AM LEMBERG wurde letztmals 1989 Abfall abgelagert. Seitdem befindet sich die Deponie in der Stilllegung. D. h. die Deponie wird sicher gemacht. Erst nachdem alle Maßnahmen zur Stilllegung abgeschlossen sind, wird die Deponie endgültig in die Nachsorge entlassen. Dann kann sie für neue Zwecke genutzt werden, z. B. als Naherholungsgebiet und als Wirtschaftswald (=Ansiedlung heimischer Gehölze zur forstwirtschaftlichen Nutzung).

In den kommenden Jahren wollen wir die Stilllegung weiter vorantreiben und so einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Mehr Umweltschutz durch neue Technik

Die damals noch selbstständige Gemeinde Poppenweiler errichtete 1963 am Lemberg eine ca. 8 ha große „Schutthalde“. Im Jahr 1977 wurde sie zur ersten Hausmülldeponie im Landkreis Ludwigsburg ausgebaut. In diesem Zug wurde die Deponiefläche erweitert und nach dem damaligen Stand der Technik abgesichert. Die Erweiterungsflächen erhielten z. B. eine 60 cm mächtige, tonhaltige mineralische Basisabdichtung.

Neue Techniken ermöglichen es uns heute, Stilllegungs-Maßnahmen umzusetzen, die das Klima und das Grundwasser besser schützen als es bislang möglich war.

Klimaschutz durch weniger Deponiegas-Emissionen

Solange das Deponiegas in seiner Zusammensetzung noch energetisch verwertbar ist, wird es weiterhin über die bereits vorhandene Leitung von der Gärtnerei „Lemberghof“ genutzt. Die Qualität als auch die Menge des Deponiegases lassen über die Jahre nach. Ist die energetische Nutzung dann nicht mehr möglich, treiben wir – durch gezielte „Übersaugung“ der Deponie – die biochemischen Abbauprozesse weiter voran. Dabei wird in stärkerem Maße als bisher Deponiegas abgesaugt; hierdurch wird Luft in die Deponie mit eingesaugt. Die organischen Abfallanteile werden sanft kompostiert.

Über ein Jahrzehnt hinweg stabilisieren wir so den Abfall in der Deponie. Als Ergebnis werden Treibhausgas-Emissionen, die aufgrund von Gärprozessen der abgelagerten organischen Abfälle entstehen, auf ein Minimum reduziert. Mit diesem Vorgehen sparen wir einen Großteil der schädlichen CO2-Emissionen ein.

Erweiterte Oberflächenabdichtung schützt das Grundwasser

Bislang gibt es nur auf einer Fläche von etwa 5,15 ha eine „qualifizierte“ Oberflächenabdichtung mit einer wasserundurchlässigen Kunststoffdichtungsbahn und einer Kapillarsperre, bestehend aus einer Kies- und Sandschicht. Sie verhindert das Eindringen von Regenwasser. Etwa 10 ha Deponiefläche, die seit den 1980er Jahren aufgeforstet wurden, haben bislang nur eine Bodenabdeckung. Sie besteht aus durchwurzeltem Boden und dem darüber liegenden Bewuchs. Diese Fläche soll in den nächsten Jahren ebenfalls mit einer qualifizierten Oberflächenabdichtung ausgestattet werden.

Denn qualifizierte Oberflächenabdichtungen sind inzwischen nicht nur gesetzliche Pflicht. Sie reduzieren auch Verunreinigungen des Grundwassers. Regenwasser kann nicht mehr in den Deponiekörper eindringen und als Sickerwasser in den Boden und schließlich in das Grundwasser gelangen.

Bereits seit der ersten Teilabdichtung der Deponie zwischen 2001 und 2005 hat das Sickerwasser-Aufkommen verringert. Allerdings stellen wir nach wie vor Grundwasserbeeinträchtigungen im Abstrom der Deponie fest. Erst nach einer Vorbehandlung dürfen wir das Sickerwasser in die Kläranlage Häldenmühle bei Marbach einleiten. Dies führt zu hohen jährlichen Kosten, ist aber unbedingt notwendig. Mit der Abdichtung der weiteren Deponiefläche reduzieren wir nicht nur die Grundwasserbelastung – auf Dauer spart sie auch Kosten bei der Sickerwasserbehandlung ein.

Vorläufiger Zeitplan

Für die Schwachgas-Verwertung müssen mehrere neue Gasbrunnen gebaut und das Leitungssystem optimiert werden. Denn z. T. stecken in dem Deponiekörper über 4 Jahrzehnte alte Gaselemente. Dies soll 2017/18 umgesetzt werden.

Um die weiteren 10 ha Deponiefläche abzudichten, ist es unvermeidbar, den dort gewachsenen Wald zu roden. Es ist uns ein großes Anliegen, stets die größtmögliche Rücksicht auf Natur, Tiere und umliegende Bewohnerinnen und Bewohner des LEMBERGs zu nehmen. Daher lassen wir zunächst ein ökologisches Gutachten über Flora und Fauna des LEMBERGs erstellen. Das Ergebnis berücksichtigen wir bei der Umsetzung des Bauvorhabens.

Die Deponiefläche teilen wir in verschiedene Bauabschnitte ein. Jeder Bauabschnitt durchläuft so zeitlich versetzt diese 3 Phasen:

  1.  Rodung
  2. Aufbringen der Oberflächenabdichtung
  3. Bepflanzung mit höherwertigen heimischen Gehölzen

Der Vorteil: Die angesiedelte Fauna kann sich immer Rückzugsmöglichkeiten suchen. Denn der erste Bauabschnitt wird bereits wieder bepflanzt, wenn auf dem zweiten Bauabschnitt gebaut wird usw. Aktuell rechnen wir mit einem Start der Rodung ab 2019/20.

Hier geht’s zum vorläufigen Zeitplan

Finanzierung

Die erforderlichen baulichen Maßnahmen zur Belüftung der Deponie und zur Einrichtung einer Schwachgas-Verwertung mit Wärmenutzung betragen nach derzeitiger Schätzung ca. 1 Mio €. Da wir mit dieser Maßnahme die Emission von etwa 120.000 t CO2-Äquivalente vermeiden werden, haben wir als Unterstützung von der Nationalen Klimaschutzinitiative Fördermittel über die Hälfte der anfallenden Kosten bewilligt bekommen.

Aussagen über die tatsächlichen Kosten zur Anbringung der Oberflächenabdichtung können wir erst treffen, wenn dazu alle Angebote eingeholt und bewertet wurden. Dies wird vermutlich erst 2018/19 der Fall sein.

Blick in die Zukunft

Der letzte Bauabschnitt soll 2027 rekultiviert werden. Nach heutigem Stand wird die Deponie AM LEMBERG  ca. im Jahr 2050 aus der Nachsorge entlassen.
 

5 Schritte bis zum Abschluss einer Deponie

 
1. Phase: Ende des Betriebs

Die Deponie ist bis zur genehmigten Abfallmenge verfüllt. Der laufende Betrieb wird eingestellt.

2. Phase: Anzeige der Stilllegung

Der Inhaber der Deponie zeigt dem Regierungspräsidium gegenüber an, dass er die Deponie beabsichtigt still zu legen. Er erstellt einen Abschlussplan und kümmert sich um Maßnahmen für Oberflächen-Abdichtung sowie Rekultivierungs- und Sicherungsmaßnahmen.
Die Deponie AM LEMBERG befindet sich in dieser Phase.

3. Phase: Schlussabnahme

Das Regierungspräsidium überprüft in der Schlussabnahme die oben genannten Maßnahmen zur Stilllegung und bestätigt die Einhaltung und Funktionstüchtigkeit. Damit ist die Deponie endgültig stillgelegt.

4. Phase: Nachsorge-Phase

Nach der Schlussabnahme beginnt die Nachsorgephase. Sie dient der Langzeit-Sicherung der Deponie ohne technische oder betriebliche Maßnahmen. Regelmäßig prüft das Regierungspräsidium die Wirksamkeit dieser Langzeit-Sicherung, um eine Beeinträchtigung des Wohles der Allgemeinheit auszuschließen.

5. Phase: Entlassung aus der Nachsorge

Sind die eingeleiteten Sicherungs-Maßnahmen über einen langen Zeitraum hinweg ohne Beanstandung (z. B. keine Grundwasser-Beeinträchtigung, Gasbildung ist zum Erliegen gekommen, Oberflächen-Abdichtung und -Abdeckung sind stabil) entlässt das Regierungspräsidium die Deponie aus der Nachsorge. Sie unterliegt nun nicht mehr den Vorschriften des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes. Das Gelände kann nun wieder für vielerlei Aktivitäten genutzt werden.