Biogut-Sortieranalyse

Einblicke

An 3 Tagen Mitte Juli 2017 sammelten wir in ausgewählten Gebieten in Ludwigsburg und Vaihingen Biogutmengen für eine Sortieranalyse ein. Die Sortieranalyse soll unter anderem Aufschluss darüber geben, welche Abfälle im Biogut landen und wie hoch der Anteil der Abfälle ist, die nicht in die Biotonne gehören („Störstoffanteil“). Die Ergebnisse werden zum Jahresende erwartet.

Noch vor 6 Uhr morgens, also vor der Leerung durch die Müllabfuhr, wurden in vereinzelten Straßen stichprobenartig Biotonnen in Großbehälter geleert. Die eingesammelten Abfälle wurden in einer Halle genau unter die Lupe genommen: Sie wurden sortiert und gewogen. Störstoffe wurden herausgefiltert. Die Sortieranalyse verlief anonym. Rückschlüsse auf Haushalte konnten nicht gezogen werden. 
 

Fremdstoffe gefährden Qualität des Komposts

Aus dem Biogut im Landkreis wird Kompost hergestellt. Damit er sinnvoll und ökologisch wertvoll ist, muss er weitestgehend frei von Fremdstoffen wie Plastikteilchen sein. Fremdstoffe, die im Biogut landen, verschlechtern nicht nur die Kompost-Qualität. Sie verursachen auch hohe Kosten, wenn sie unter großem Aufwand in der Kompostieranlage aussortiert werden müssen.

Nur Küchenabfälle wie Speisereste, Obst- und Gemüseabfälle, Gartenabfälle wie Gras oder Laub, sowie Hygienepapiere wie Papierservietten oder Papierküchentücher dürfen in die Biotonne. Verpackungen oder Plastik, auch kompostierbare oder biologisch abbaubare Plastiktüten, gehören nicht in die braune Tonne.
 

Land und Landkreis wollen Menge und Qualität des Bioguts steigern

Die Untersuchung ist Teil eines Forschungsprojektes des Umweltministeriums Baden-Württemberg. Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg organisiert das Projekt.  Das Land will die energetische und stoffliche Verwertung von Bioabfällen steigern: Pro Bürger werden derzeit jährlich zwischen 45 und 50 Kilogramm Biogut verwertet. Bis 2020 sollen es 60 Kilogramm sein. Neben der Menge soll sich auch die Qualität des Bioguts erhöhen. Informationen über die Zusammensetzung des Bioguts sowie den Störstoffanteil sind ein wesentlicher Ausgangspunkt für eine Qualitätssteigerung.

Auch die AVL erhofft sich wichtige Erkenntnisse aus der Teilnahme an der Untersuchung: „Wir sind gespannt auf die Ergebnisse und hoffen, dass wir Anhaltspunkte für Maßnahmen zur Biogut-Qualitätssteigerung ableiten können“, so Annette Ponton, Leiterin der Abteilung Ressourcen und Logistik bei der AVL.

Neue Sortiermethode im Einsatz

Neben der Störstoffanalyse steht auch die Sortiermethode im Mittelpunkt. Ziel ist die Erhebung von einheitlichen Daten zur Bestimmung der Sortenreinheit von Bioabfällen mit einer neu entwickelten Methodenvorschrift der Bundesgütegemeinschaft Kompost. Diese wird im Rahmen des Projektes erstmals im Landkreis Ludwigsburg sowie in einem weiteren Landkreis in Baden-Württemberg getestet.