Ende von FLACH und RUND?

Das Ludwigsburger System

Gibt es bald kein FLACH und RUND mehr im Landkreis Ludwigsburg?

Immer wieder war zuletzt in Zeitungen zu lesen, dass die bisherige RUND-Tonne auf der Kippe stünde. Eine Umstellung des Ludwigsburger Mülltrennungssystem sei in der Diskussion.
Seit einigen Monaten befinden wir uns als kommunaler Abfallentsorger in Verhandlungsgesprächen mit den privatwirtschaftlich organisierten dualen Systemen. Die dualen Systeme organisieren bundesweit die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Verkaufsverpackungen.

Was genau Thema der Gespräche ist, wie es dazu kam und welche Konsequenzen sich daraus ergeben könnten, erfahren Sie in unseren folgenden FAQs.

Das ist historisch bedingt. Vor 1990 gab es im Landkreis Ludwigsburg grüne Tonnen für Glas und Papier. Als dann Anfang der 90er Jahren die Verpackungsverordnung in Kraft trat, die die haushaltsnahe Erfassung von Verkaufsverpackungen vorschrieb, musste das bislang existierende System angepasst werden. Man wollte dabei das vorhandene Sammelsystem weiter nutzen und nach einem Weg suchen, wie es für die Miterfassung von Verpackungen genutzt werden konnte. Die Ludwigsburger Abfallentsorgung einigte sich mit dem „Dualen System Deutschland“ auf ein Sondersammelsystem, das sich am amerikanischen System „slides“ und „bottles“ orientierte. Dies war die Geburtsstunde vom Ludwigsburger FLACH und RUND.

Was damals das „Duale System Deutschland“ war, sind inzwischen mehrere privatwirtschaftlich organisierte duale Systeme. Sie organisieren bundesweit die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Verkaufsverpackungen und sind dafür verantwortlich, dass die vom Gesetzgeber nach Verpackungsgesetz vorgeschriebenen Recycling- bzw. Verwertungsquoten erreicht werden. Die Finanzierung dieser Leistungen erfolgt über sogenannte Lizenzgebühren, die jeder Hersteller für das Inverkehrbringen der Verpackungen an die dualen Systeme zahlen muss.

Die dualen Systeme müssen mit den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern – also dem Landkreis Ludwigsburg bzw. der AVL –  sogenannte Abstimmungsvereinbarungen abschließen, damit diese parallele Entsorgungsstruktur aus privatwirtschaftlicher und kommunaler Zuständigkeit geregelt und koordiniert werden kann.

Solch eine Vereinbarung auf das System FLACH und RUND hatte man Anfang der 90er Jahre mit dem „Dualen System Deutschland“ getroffen. Derzeit befinden wir uns – aufgrund des Verpackungsgesetzes von 2019 – wieder in Verhandlungen mit den dualen Systemen.

Aufgrund des Verpackungsgesetzes von 2019 kann sich unser Sondersammelsystem in den nächsten Jahren verändern. Dies steht aber noch nicht sicher fest. Aktuell laufen Gespräche mit den dualen Systemen über die zukünftige Ausgestaltung des Ludwigsburger Sammelsystems.

Uns als AVL ist es wichtig, dass die Abfälle weiterhin haushaltsnah und kundenfreundlich erfasst werden. Dafür setzen wir uns in den Gesprächen mit den dualen Systemen ein. Wie es konkret mit der Einsammlung der Abfälle und Wertstoffe im Landkreis weitergeht, wird dann in den dafür verantwortlichen politischen Gremien diskutiert und schließlich entschieden.

Es steht noch nicht sicher fest, ob und was sich genau verändern wird. Die Gespräche mit den dualen Systemen laufen und es wurden noch keine Entscheidungen auf politischer Ebene getroffen.

Aber es wurden einige Szenarien besprochen, z. B.: dass im Landkreis eine reine Papiertonne eingeführt und Verpackungen über eine gelbe Verpackungstonne erfasst werden könnten – ähnlich wie in anderen Landkreisen. Für Glas strebt die AVL weiterhin eine haushaltsnahe Erfassung an. Vorstellbar wäre eine Erfassung über eine weitere Tonne (z. B. bei Wohnanlagen mit genug Platz) oder über Körbchen, die – wie Tonnen – vom Entsorger zur Verfügung gestellt würden. Die finale Entscheidung zur eventuellen Systemumstellung muss auf politischer Ebene noch getroffen werden.

Auslöser der Gespräche zwischen den dualen Systemen und der AVL ist das Verpackungsgesetz von 2019. Dies schreibt den dualen Systemen vor, die haushaltsnahe Mülltrennung effizienter zu machen und die Verwertungsquote zum Beispiel für Glas oder Kunststoffe bis zum Jahr 2022 auf 90 Prozent zu erhöhen.

Gerne geben wir Ihnen ein paar Tipps, die das Recycling unterstützen:

  • Wenn Verpackungen aus unterschiedlichen Kunststoffen oder generell aus unterschiedlichen Materialien sind, hilft es, wenn Sie diese voneinander lösen. Das betrifft z. B. Schraubverschlüsse von Flaschen und Gläsern sowie Aludeckel oder Papierummantelungen von Joghurtbechern. Die einzelnen Materialien werfen Sie am besten losgelöst voneinander in die Grüne Tonne RUND bzw. im Falle von Papier in FLACH.
  • Für die Sortierung ist es besser, wenn die Wertstoffe lose (ohne Plastiktüte) oder aber in einer nicht verknoteten Plastiktüte in die RUND-Tonne gegeben werden.
  • Stapeln Sie Joghurtbecher o.Ä. nicht ineinander.
  • Es reicht, wenn die Verpackungen löffelrein sind, Sie müssen diese nicht mit Wasser ausspülen.
  • Schwarze Verpackungen sind eine Herausforderung bei der Sortierung, da die Förderbänder in den Sortieranlagen ebenfalls schwarz sind und schwarze Verpackungen daher von den Scannern nicht oder nur sehr schwer erkannt werden. Daher am besten schon beim Einkauf überlegen, ob nicht auf schwarze Kunststoffverpackungen – oder generell auf Kunststoffverpackungen – verzichtet werden kann.