Ende von FLACH und RUND?

Das Ludwigsburger System

Das Sammel-System FLACH und RUND wird – wenn alle zuständigen Gremien zustimmen – ab 2022 umgestellt. Der Ausschuss für Technik und Umwelt hat am Montag, 1. März, für die Umstellung gestimmt, der AVL-Aufsichtsrat am 4. März. Jetzt folgt noch die Entscheidung des Kreistages Mitte April.

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Häufige Fragen und Antworten

Unser Sondersammelsystem kann sich zum 1. Januar 2022 verändern. Grund dafür ist das Verpackungsgesetzt aus dem Jahr 2019. Es hat das Ziel, Ressourcen noch besser zu schonen und die Umwelt zu schützen. Die dualen Systeme, die bundesweit für die Einsammmlung und Verwertung von Verpackungen zuständig sind, müssen höhere Verwertungsquoten erreichen, z. B. für Glas und Kunststoffe. Deshalb mussten die dualen Systeme mit der AVL neu über die Ausgestaltung der Einsammlung von Verpackungen (betrifft FLACH und RUND) im Landkreis Ludwigsburg verhandeln.

Die politischen Gremien werden im März und April 2021 über das Verhandlungsergebnis zwischen den dualen Systemen und der AVL entscheiden. Der Ausschuss für Technik und Umwelt hat der Umstellung am 1. März zugestimmt, der AVL-Aufsichtsrat am 4. März. Es folgt nun noch die Entscheidung des Kreistages Mitte April. Auch die dualen Systeme haben untereinander abgestimmt, dass sie mit dem Verhandlungsergebnis einverstanden sind.

Wenn die politischen Gremien im März / April 2021 einer Systemumstellung zustimmen, dann würde FLACH und RUND ersetzt werden durch eine "klassische" Trennung in Papier, Verpackungen und Glas, so wie es in vielen anderen Landkreisen der Fall ist:

  • Papier und Kartonagen: Papiertonne
  • Verpackungen (auch Folien und Styropor): Gelbe Tonne
  • Glas: Glastonne oder eine handliche Glasbox; bestehen bleibt auch die Entsorgung über Glascontainer sowie auf den AVL-Wertstoffhöfen

Alle Fraktionen würden weiterhin vor der Haustüre abgeholt werden.

Es stimmt schon: Wir müssen uns umgewöhnen. Aber wenn man es eine Weile gemacht hat, fällt es nicht mehr schwer, das Glas gesondert zu sammeln. Das zeigen auch Beispiele aus anderen Landkreisen, z. B. dem Rhein-Neckar-Kreis. Auch Personen, die neu herziehen, werden sich leichter tun, da das neue System ähnlich zu dem in anderen Landkreisen ist.

Für die Einsammlung und Verwertung von Verpackungen sind die dualen Systeme zuständig, nicht die AVL. Dies ist gesetzlich so geregelt. Das neue Verpackungsgesetzt von 2019 war Auslöser, dass über die Mülltrennung im Landkreis Ludwigsburg neu "verhandelt" werden musste. Denn dieses Gesetz schreibt den dualen Systemen beispielsweise vor, die Verwertungsquoten u.a. für Glas oder Kunststoffe bis zum Jahr 2022 auf 90 Prozent zu erhöhen.

Die AVL und die dualen Systeme mussten sich in Verhandlungsgesprächen auf eine gemeinsame Lösung einigen. Und zwar unter Einhaltung der Vorgaben des Verpackungsgesetzes und der Ausschreibungsfähigkeit der Leistungen. Wie in Verhandlungen üblich, gab es unterschiedliche Vorstellungen und Ideen zum zukünftigen Trennsystem im Landkreis Ludwigsburg. Die weitverbreitetste Lösung der dualen Systeme in Deutschland sind Gelbe Säcke und Glascontainer. Die AVL hat sich dafür eingesetzt, dass für die Bürger:innen im Landkreis weiterhin die Möglichkeit der haushaltsnahen Glaserfassung bestehen bleibt und Gelbe Tonnen statt Säcke eingesetzt werden. Dies konnten wir erfreulicherweise erreichen. Außerdem wird sich das neue System langfristig positiv auf den Gebührenhaushalt auswirken. Darüber hinaus wurden noch weitere Lösungen diskutiert, die aber keinen Konsens fanden.

Statt FLACH wird es eine Papiertonne geben. Die Fraktion RUND wird ersetzt durch eine Gelbe Tonne für Verpackungen. Das bislang in RUND gesammelte Glas kann auf verschiedene Wege dem Recyclingkreislauf zugeführt werden:

  • über einer blaue Glasbox (ähnlich einem Einkaufs-Kunststoffkörbchen), wie sie auch im Rhein-Neckar-Kreis eingesetzt wird
  • über einer Glastonne (120 l, 240 l, 770 l), entweder zur alleinigen Nutzung im Einfamilienhaus, zur gemeinschaftlichen Nutzung im Mehrfamilienhaus oder als Behältergemeinschaft mit Nachbarn
  • zusätzlich können Glasverpackungen weiterhin über die rund 100 Glascontainer entsorgt werden, die über den gesamten Landkreis verteilt sind (eine Übersichtskarte wird online zur Verfügung gestellt)
  • die AVL-Wertstoffhöfe werden ebenfall mit Glascontainern ausgestattet

Wenn Sie sich für die Variante mit Glastonne entscheiden, dann ja, werden Sie eine Tonne mehr vor der Haustüre stehen haben.

In gewissen Fällen kann es aber auch zu Platzeinsparungen kommen. Zum Beispiel in großen Wohnanlagen: Dort gab es RUND bislang nur in 240 l-Größen. Die Gelbe Tonne wird es auch in 1.100 l-Containern geben und es wären statt 20 RUND-Tonnen nur noch wenige 1.100 l-Behälter notwendig.

Zu gegebener Zeit beraten wir bzw. die dualen Systeme Sie dann gerne bzgl. der passenden Behälterausstattung für Ihre Wohn- und Stellplatzsituation.

Nein. Sie müssen keine Behälter bei uns oder den dualen Systemen beantragen. Die Gelben Tonnen und die Glasbehälter (Glasbox, Glastonne oder Glascontainer) werden von den dualen Systemen ausgeliefert, ohne dass Sie dies beantragen müssen. Die dualen Systeme, die für die Einsammlung von Verpackungen in ganz Deutschland zuständig sind, statten zunächst jedes Haus mit den von ihnen berechneten Behältergrößen aus. Nach dieser "Grundausstattung" haben Sie dann die Möglichkeit, voraussichtlich ab Januar 2022, über die Hotline der dualen Systeme Ihren Bestand kostenlos anzupassen und z. B. eine Glasbox durch eine Glastonne zu tauschen.

Nein. Auch bislang fallen Leerungsgebühren nur bei der Bio- und der Restmülltonne an, nicht aber bei FLACH und RUND.

Auch künftig würden für die neue Papiertonne, die Gelbe Tonne und Glas keine Leerungsgebühren anfallen.

Dies hat folgenden Hintergrund: Alle Hersteller und Händler, die in Deutschland verpackte Ware auf den Markt bringen, müssen sich bei einem dualen System beteiligen und bezahlen für die Umsetzung der Sammlung, Sortierung und Verwertung ihrer Verpackungen sogenannte Beteiligungsentgelte (landläufig auch Lizenzentgelte genannt) an ihr duales System. Die zu zahlenden Entgelte werden grundsätzlich im Produktpreis einkalkuliert. Sprich: Der Endverbraucher bezahlt beim Kauf der verpackten Ware bereits die Entsorgungs- und Verwertungsleistung. Daher fällt keine zusätzliche Leerungsgebühr an.

Die Gelbe Tonne wird die RUND-Tonne ersetzen. RUND gab es bislang in der Größe 240 Liter. Die Gelbe Tonne wird es in den Größen 240 Liter und 1.100 Liter (für Wohnanlagen) geben.

Glas kann entweder in einer Glasbox (36 Liter) gesammelt werden (vgl. Foto am Ende der Seite) oder in blauen Glastonnen. Diese stehen Ihnen in den Größen 120 Liter, 240 Liter oder 770 Liter zur Verfügung. Die Behälter können auch mit den Nachbarn (entweder im selben Haus oder an angrenzenden Grundstücken) gemeinsam genutzt werden.

Haushalte können neben einer Papiertonne und einer Gelben Tonne statt einer zusätzlichen Glastonne auch eine Glasbox verwenden. Diese muss nicht bei den Mülltonnen stehen, sondern kann z. B. auch im Keller, der Garage etc. aufbewahrt werden. Eine Glasbox ist vergleichbar mit einem Wäschekörbchen aus Kunststoff. Sie fasst ca. 36 Liter und hat voraussichtlich die Maße: 40 cm (Höhe), 45 cm (Breite), 30 cm (Tiefe). Wenn Sie voll befüllt ist, kommt sie auf ein Gewicht von ca. 8 bis 10 kg, je nachdem wie viel Glas in der Box ist und wie schwer das jeweilige Glas ist. Über das konkrete Aussehen der Glasbox entscheiden die dualen Systeme.

Glasverpackungen (mit Deckel!) können in diesem Körbchen gelagert und zur Leerung am Gehwegrand bereitgestellt werden. Die Müllwerker:innen kippen das Körbchen dann in ein Behältnis, das am Leerungsfahrzeug angebracht ist. Das geleerte Körbchen wird dann wieder am Gehwegrand abgestellt. Die Glasbox wird im Rhein-Neckar-Kreis bereits eingesetzt.

Alternativ können Behältergemeinschaften mit Nachbarn gegründet werden. Eine Tonne würde dann gemeinschaftlich genutzt werden. Blaue Glastonnen wird es in den Größen 120 Liter, 240 Liter und 770 Liter geben. Die Leerung ist kostenfrei.

Generell kann Verpackungsglas aber auch weiterhin zu den Glascontainern oder auf die Wertstoffhöfe gebracht werden.

Auch beim Einkaufen von Alkohol können Situationen entstehen, in denen Fremde, z. B. der Lieferant oder Kund:innen an der Kasse oder im Getränkemarkt sehen, welche und wie viele Flaschen an alkoholischen Getränken gekauft werden oder sich im Einkaufswagen befinden. Ähnliche "Einblicke" kann es natürlich auch bei Entsorgung über eine Glasbox geben.

Wer nicht möchte, dass die Nachbarn sehen, welcher Glasmüll anfällt, hat folgende Möglichkeiten:

  • statt einer Glasbox kann eine Glastonne verwendet werden
  • Glas kann - wie bisher - über Glascontainer oder die Wertstoffhöfe entsorgt werden

Wenn sich die Systemumstellung auf politischer Ebene durchsetzt, wird die Gelbe Tonne in der Größe 240 Liter alle vier Wochen geleert, die 1.100 Liter-Behälter alle zwei Wochen. Glas wird alle vier Wochen geleert.

Nein. Wenn Sie bislang eine Grüne Tonne für FLACH und RUND genutzt und diese im Wechsel befüllt haben, ist dies leider nicht mehr möglich.

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass es für die Einsammlung und Verwertung verschiedene Zuständigkeiten gibt: Während die AVL die Fraktionen Restmüll, Biomüll und Altpapier einsammelt und verwertet, sind für die Sammlung und Verwertung von Verpackungen und Glas in Deutschland allein die dualen Systeme zuständig. Die Gelbe Tonne für Verpackungen und die blaue Glastonne liegen also nicht im Verantwortungsbereich der AVL. Aufgrund der unterschiedlichen Verantwortlichkeiten ist es nicht mehr möglich, eine „Multifunktionstonne“ für die verschiedenen Wertstofffraktionen einzusetzen.

Die dualen Systeme setzen deutschlandweit Gelbe Tonnen oder Gelbe Säcke zur Sammlung der Verpackungen ein. Da wir die Einführung eines gelben Sacks abgelehnt haben, um das Straßenbild sauber zu halten, kommt im Landkreis Ludwigsburg nun die Gelbe Tonne zum Einsatz. Die Kosten für die Auslieferung der neuen Behälter und die Abholung der alten RUND-Behälter tragen die dualen Systeme. Ebenfalls tragen die dualen Systeme die Kosten für die Entleerung der Behälter und etwaige Reparaturen. Der Austausch wirkt sich demnach nicht auf die Abfallgebühren aus.

Die FLACH-Behälter werde als Papiertonne weiter genutzt. Sie bleiben stehen. Die RUND-Tonnen werden von der Firma SUEZ abgeholt, der die Behälter gehören. Die neuen Behälter werden in der Verantwortung der dualen Systeme gegen Ende des Jahres ausgeliefert. lmmer, wenn es einen Systemwechsel gibt, sind Überschneidungen unausweichlich. Alle Beteiligten geben ihr Bestes, damit der Austausch so schnell und reibungslos wie möglich vonstattengeht.

Wenn Sie Fragen zur Systemumstellung haben, können Sie sich gerne an unser SerivceCenter wenden unter 07141 / 144 2828 oder servicecenter@avl-lb.de.

Für Fragen zur Gelben Tonne oder Glas sind die dualen Systeme zuständig. Sobald bekannt, werden wir die Hotline-Nummer der dualen Systeme hier veröffentlichen.

 

Das ist historisch bedingt. Vor 1990 gab es im Landkreis Ludwigsburg grüne Tonnen für Glas und Papier. Als dann Anfang der 90er Jahren die Verpackungsverordnung in Kraft trat, die die haushaltsnahe Erfassung von Verkaufsverpackungen vorschrieb, musste das bislang existierende System angepasst werden. Man wollte dabei das vorhandene Sammelsystem weiter nutzen und nach einem Weg suchen, wie es für die Miterfassung von Verpackungen genutzt werden konnte. Die Ludwigsburger Abfallentsorgung einigte sich mit dem „Dualen System Deutschland“ auf ein Sondersammelsystem, das sich am amerikanischen System „slides“ und „bottles“ orientierte. Dies war die Geburtsstunde vom Ludwigsburger FLACH und RUND.

Was damals das „Duale System Deutschland“ war, sind inzwischen mehrere privatwirtschaftlich organisierte duale Systeme. Sie organisieren bundesweit die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Verkaufsverpackungen und sind dafür verantwortlich, dass die vom Gesetzgeber nach Verpackungsgesetz vorgeschriebenen Recycling- bzw. Verwertungsquoten erreicht werden. Die Finanzierung dieser Leistungen erfolgt über sogenannte Lizenzgebühren, die jeder Hersteller für das Inverkehrbringen der Verpackungen an die dualen Systeme zahlen muss.

Die dualen Systeme müssen mit den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern – also dem Landkreis Ludwigsburg bzw. der AVL –  sogenannte Abstimmungsvereinbarungen abschließen, damit diese parallele Entsorgungsstruktur aus privatwirtschaftlicher und kommunaler Zuständigkeit geregelt und koordiniert werden kann.

Solch eine Vereinbarung auf das System FLACH und RUND hatte man Anfang der 90er Jahre mit dem „Dualen System Deutschland“ getroffen. Aufgrund des Verpackungsgesetzes von 2019 wurde nun neu über die Ausgestaltung des Trennsystems verhandelt.

Gerne geben wir Ihnen ein paar Tipps, die das Recycling unterstützen:

  • Wenn Verpackungen aus unterschiedlichen Kunststoffen oder generell aus unterschiedlichen Materialien sind, hilft es, wenn Sie diese voneinander lösen. Das betrifft z. B. Schraubverschlüsse von Flaschen und Gläsern sowie Aludeckel oder Papierummantelungen von Joghurtbechern. Die einzelnen Materialien werfen Sie am besten losgelöst voneinander in die Grüne Tonne RUND bzw. im Falle von Papier in FLACH.
  • Für die Sortierung ist es besser, wenn die Wertstoffe lose (ohne Plastiktüte) oder aber in einer nicht verknoteten Plastiktüte in die RUND-Tonne gegeben werden.
  • Stapeln Sie Joghurtbecher o.Ä. nicht ineinander.
  • Es reicht, wenn die Verpackungen löffelrein sind, Sie müssen diese nicht mit Wasser ausspülen.
  • Schwarze Verpackungen sind eine Herausforderung bei der Sortierung, da die Förderbänder in den Sortieranlagen ebenfalls schwarz sind und schwarze Verpackungen daher von den Scannern nicht oder nur sehr schwer erkannt werden. Daher am besten schon beim Einkauf überlegen, ob nicht auf schwarze Kunststoffverpackungen – oder generell auf Kunststoffverpackungen – verzichtet werden kann.

Vergleich: Beispiel Wohnanlagen