Neues Wertstoff-Sammelsystem 2022

Das Ludwigsburger System

Das bisherige Wertstoff-Sammelsystem FLACH und RUND wird zum 1. Januar 2022 umgestellt. Auslöser der Umstellung ist das Verpackungsgesetz aus dem Jahr 2019.

Die AVL wird ab 2022  nur noch für die neue Papiertonne sowie für die Rest- und Biomülltonne zuständig sein. Die Grüne Tonne, die bisher mit FLACH befüllt wurde, wird zur neuen Papiertonne umfunktioniert. Sie darf nach der letzten FLACH-Leerung im Jahr 2021 nur noch mit Papier, Pappe und Kartonage befüllt werden.

Fragen zur neuen Gelben Tonne, zu Glasbehältnissen sowie zur Auslieferung der neuen Tonnen beantworten Ihnen die von den dualen Systemen beauftragten Entsorgungsfirmen PreZero und KURZ unter:

www.verpackungsabfall-lb.de
Tel. 0800 5893854

Laden Sie sich hier unser Übersichtsblatt zur Wertstofftrennung ab 2022 auf Deutsch oder in anderen Sprachen herunter.

Häufige Fragen und Antworten

Unser Sondersammelsystem wird sich zum 1. Januar 2022 verändern. Auslöser ist das Verpackungsgesetz aus dem Jahr 2019. Es hat das Ziel, Ressourcen noch besser zu schonen und die Umwelt zu schützen. Die dualen Systeme, die bundesweit für die Einsammlung und Verwertung von Verpackungen zuständig sind, müssen höhere Verwertungsquoten erreichen, z. B. für Glas und Kunststoffe. Deshalb mussten die dualen Systeme mit der AVL neu über die Ausgestaltung der Einsammlung von Verpackungen (betrifft FLACH und RUND) im Landkreis Ludwigsburg verhandeln.

Die politischen Gremien haben im März und April 2021 über das Verhandlungsergebnis zwischen den dualen Systemen und der AVL entschieden.

FLACH und RUND werden ersetzt durch eine "klassische" Trennung nach Papier, Verpackungen und Glas, so wie es in vielen anderen Landkreisen der Fall ist:

  • Papier, Pappe und Kartonagen: Papiertonne
  • sogenannte Leichtverpackungen (=alle Verkaufsverpackungen, die nicht aus Glas oder Papier sind; auch Folien und Styropor): Gelbe Tonne
  • Glas: Glastonne oder eine handliche Glasbox; bestehen bleibt auch die Entsorgung über Glascontainer sowie auf den AVL-Wertstoffhöfen

Alle Fraktionen werden weiterhin vor der Haustüre abgeholt.

Außerdem wird die AVL nur noch Ansprechpartnerin für die neue Papiertonne sowie die Bio- und Restmülltonne sein.
Für die Gelbe Tonne und Glas sind die Entsorgungsfirmen PreZero und KURZ zuständig: www.verpackungsabfall-lb.de  Tel. 0800 5893854

Dies kann passieren, ja.
Die Grüne Tonne FLACH wird zur reinen Papiertonne umfunktioniert. Sie bleibt vor der Haustüre stehen, wird aber nicht mehr mit FLACH, sondern nur noch mit Papier, Pappe und Kartonage befüllt.
Die Fraktion RUND wird ersetzt durch eine Gelbe Tonne für Verpackungen. Das bislang in RUND gesammelte Glas kann auf verschiedene Wege dem Recyclingkreislauf zugeführt werden:

  • über einer blaue Glasbox (ähnlich einem Einkaufs-Kunststoffkörbchen), wie sie auch im Rhein-Neckar-Kreis eingesetzt wird
  • über einer Glastonne (120 l, 240 l, 770 l), entweder zur alleinigen Nutzung im Einfamilienhaus, zur gemeinschaftlichen Nutzung im Mehrfamilienhaus oder als Behältergemeinschaft mit Nachbarn
  • zusätzlich können Glasverpackungen weiterhin über die rund 100 Glascontainer entsorgt werden, die über den gesamten Landkreis verteilt sind (eine Übersichtskarte wird online zur Verfügung gestellt)
  • zusätzlich stehen auch die AVL-Wertstoffhöfe zur Verfügung

Wenn Sie sich für die Variante mit Glastonne entscheiden, dann ja, werden Sie eine Tonne mehr vor der Haustüre stehen haben.

In gewissen Fällen kann es aber auch zu Platzeinsparungen kommen. Zum Beispiel in großen Wohnanlagen: Dort gab es RUND bislang nur in 240 l-Größen. Die Gelbe Tonne wird es auch in 1.100 l-Containern geben und es wären statt 20 RUND-Tonnen nur noch wenige 1.100 l-Behälter notwendig.

Für die Auslieferung der neuen Glasbehälter sowie der Gelben Tonne sind die von den dualen Systemen beauftragen Entsorgungsfirmen PreZero und KURZ zuständig: www.verpackungsabfall-lb.de  Tel. 0800 5893854

Nein. Sie müssen keine Behälter  beantragen. Die Gelben Tonnen und die Glasbehälter (Glasbox, Glastonne oder Glascontainer) werden von den Entsorgern, die von den dualen Systemen beauftragt wurden, ausgeliefert, ohne dass Sie dies beantragen müssen. Diese Entsorger (die Firmen PreZero und KURZ) statten zunächst jedes Haus mit den von ihnen berechneten Behältergrößen aus. Nach dieser "Grundausstattung" haben Sie dann die Möglichkeit, voraussichtlich ab Januar 2022, Ihren Bestand kostenlos anzupassen und z. B. eine Glasbox durch eine Glastonne zu tauschen: www.verpackungsabfall-lb.de  Tel. 0800 5893854

Die Grüne Tonne FLACH bleibt vor der Haustüre stehen. Sie wird zur reinen Papiertonne umfunktioniert und daher nicht ausgetauscht. Nach der letzten FLACH-Leerung im Jahr 2021 befüllen Sie Ihre FLACH-Tonne nur noch mit Papier, Pappe und Kartonage.

In den kommenden Wochen und Monaten werden die Firmen PreZero und KURZ die neuen Gelben Tonnen sowie Glasbehälter ausliefern. Sie werden vor dem Grundstück abgestellt und haben ein Adressetikett angebracht, so dass Sie Ihre Behälter erkennen können. Diese neuen Behälter dürfen erst nach der letzten RUND-Leerung im Jahr 2021 befüllt werden. Die RUND-Tonnen werden ab Anfang 2022 von PreZero abgeholt. Weitere Informationen zur Tonnenauslieferung erhalten Sie hier: www.verpackungsabfall-lb.de  Tel. 0800 5893854

Nein. Auch bislang fallen Leerungsgebühren nur bei der Bio- und der Restmülltonne an, nicht aber bei FLACH und RUND.

Auch künftig wird es für die neue Papiertonne keine Leerungsgebühren geben. Die Leerungen sind bereits über die Jahresgebühr finanziert. Die Gelbe Tonne sowie Glas sind nicht Teil des Abfallgebührensystems. Dies hat folgenden Hintergrund: Alle Hersteller und Händler, die in Deutschland verpackte Ware auf den Markt bringen, müssen sich bei einem dualen System beteiligen und bezahlen für die Umsetzung der Sammlung, Sortierung und Verwertung ihrer Verpackungen sogenannte Beteiligungsentgelte (landläufig auch Lizenzentgelte genannt) an ihr duales System. Die zu zahlenden Entgelte werden grundsätzlich im Produktpreis einkalkuliert. Sprich: Der Endverbraucher bezahlt beim Kauf der verpackten Ware bereits die Entsorgungs- und Verwertungsleistung. Daher fällt keine zusätzliche Leerungsgebühr an.

 

Die Gelbe Tonne wird die RUND-Tonne ersetzen. RUND gab es bislang in der Größe 240 Liter. Die Gelbe Tonne wird es in den Größen 240 Liter und 1.100 Liter (für Wohnanlagen) geben.

Glas kann entweder in einer Glasbox (36 Liter) gesammelt werden (vgl. Foto am Ende der Seite) oder in blauen Glastonnen. Diese stehen Ihnen in den Größen 120 Liter, 240 Liter oder 770 Liter zur Verfügung. Die Behälter können auch mit den Nachbarn (entweder im selben Haus oder an angrenzenden Grundstücken) gemeinsam genutzt werden.

Haushalte können neben einer Papiertonne und einer Gelben Tonne statt einer zusätzlichen Glastonne auch eine Glasbox verwenden. Diese muss nicht bei den Mülltonnen stehen, sondern kann z. B. auch im Keller, der Garage etc. aufbewahrt werden. Eine Glasbox ist vergleichbar mit einem Wäschekörbchen aus Kunststoff. Sie fasst ca. 36 Liter und hat voraussichtlich die Maße: 40 cm (Höhe), 45 cm (Breite), 30 cm (Tiefe). Wenn Sie voll befüllt ist, kommt sie auf ein Gewicht von ca. 8 bis 10 kg, je nachdem wie viel Glas in der Box ist und wie schwer das jeweilige Glas ist. Im Schnitt sammelt ein Haushalt im Landkreis Ludwigsburg ca. 4 kg Glas im Monat. Über das konkrete Aussehen der Glasbox entscheiden die dualen Systeme.

Glasverpackungen (mit Verschlüssen und Deckel) können in diesem Körbchen gelagert und zur Leerung am Gehwegrand bereitgestellt werden. Die Müllwerker:innen kippen das Körbchen dann in ein Behältnis, das am Leerungsfahrzeug angebracht ist. Das geleerte Körbchen wird dann wieder am Gehwegrand abgestellt. Die Glasbox wird im Rhein-Neckar-Kreis bereits eingesetzt.

Alternativ können Behältergemeinschaften mit Nachbarn gegründet werden. Eine Tonne würde dann gemeinschaftlich genutzt werden. Blaue Glastonnen wird es in den Größen 120 Liter, 240 Liter und 770 Liter geben.

Generell kann Verpackungsglas aber auch weiterhin zu den Glascontainern oder auf die Wertstoffhöfe gebracht werden.

Auch beim Einkaufen von Alkohol können Situationen entstehen, in denen Fremde, z. B. der Lieferant oder Kund:innen an der Kasse oder im Getränkemarkt sehen, welche und wie viele Flaschen an alkoholischen Getränken gekauft werden oder sich im Einkaufswagen befinden. Ähnliche "Einblicke" kann es natürlich auch bei Entsorgung über eine Glasbox geben.

Wer nicht möchte, dass die Nachbarn sehen, welcher Glasmüll anfällt, hat folgende Möglichkeiten:

  • statt einer Glasbox kann eine Glastonne verwendet werden
  • Glas kann - wie bisher - über Glascontainer oder die Wertstoffhöfe entsorgt werden

Die Gelbe Tonne in der Größe 240 Liter wird alle vier Wochen geleert, die 1.100 Liter-Behälter alle zwei Wochen. Glas wird alle vier Wochen geleert.

Nein. Wer bislang dieselbe Grüne Tonne im Wechsel mit FLACH und RUND befüllt hat, darf diese nach der letzten Leerung im Dezember 2021 nur noch als reine Papiertonne nutzen.

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass es für die Einsammlung und Verwertung verschiedene Zuständigkeiten gibt: Während die AVL die Fraktionen Restmüll, Biomüll und Altpapier einsammelt und verwertet, sind für die Sammlung und Verwertung von Verpackungen und Glas in Deutschland allein die dualen Systeme zuständig. Die Gelbe Tonne für Verpackungen und die blaue Glastonne liegen also nicht im Verantwortungsbereich der AVL. Aufgrund der unterschiedlichen Verantwortlichkeiten ist es nicht mehr möglich, eine „Multifunktionstonne“ für die verschiedenen Wertstofffraktionen einzusetzen.

Wer bislang dieselbe Grüne Tonne im Wechsel mit FLACH und RUND befüllt hat, darf diese nach der letzten Leerung im Dezember 2021 nur noch als reine Papiertonne nutzen.

Die FLACH-Behälter werde als Papiertonne weiter genutzt. Sie bleiben stehen. Die RUND-Tonnen werden von PreZero und KURZ abgeholt.

Was mit den eingesammelten Wertstoffen passiert, können Sie auf der Kampagnen-Seite "Mülltrennung wirkt!" der dualen Systeme nachlesen

Wenn Sie Fragen zur Gelben Tonne, Glas oder der Auslieferung der neuen Behälter haben, wenden Sie sich bitte an die Entsorger der dualen Systeme:

PreZero und KURZ
www.verpackungsabfall-lb.de  Tel. 0800 5893854

Wenn Sie Fragen zur neuen Papiertonne, zum Bio- oder Restmüll haben, wenden Sie sich gerne an unser SerivceCenter unter Tel. 07141 / 144 2828 oder per Mail an servicecenter@avl-lb.de.

Das ist historisch bedingt. Vor 1990 gab es im Landkreis Ludwigsburg grüne Tonnen für Glas und Papier. Als dann Anfang der 90er Jahren die Verpackungsverordnung in Kraft trat, die die haushaltsnahe Erfassung von Verkaufsverpackungen vorschrieb, musste das bislang existierende System angepasst werden. Man wollte dabei das vorhandene Sammelsystem weiter nutzen und nach einem Weg suchen, wie es für die Miterfassung von Verpackungen genutzt werden konnte. Die Ludwigsburger Abfallentsorgung einigte sich mit dem „Dualen System Deutschland“ auf ein Sondersammelsystem, das sich am amerikanischen System „slides“ und „bottles“ orientierte. Dies war die Geburtsstunde vom Ludwigsburger FLACH und RUND.

Was damals das „Duale System Deutschland“ war, sind inzwischen mehrere privatwirtschaftlich organisierte duale Systeme. Sie organisieren bundesweit die Sammlung, Sortierung und Verwertung von Verkaufsverpackungen und sind dafür verantwortlich, dass die vom Gesetzgeber nach Verpackungsgesetz vorgeschriebenen Recycling- bzw. Verwertungsquoten erreicht werden. Die Finanzierung dieser Leistungen erfolgt über sogenannte Lizenzgebühren, die jeder Hersteller für das Inverkehrbringen der Verpackungen an die dualen Systeme zahlen muss.

Die dualen Systeme müssen mit den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern – also dem Landkreis Ludwigsburg bzw. der AVL –  sogenannte Abstimmungsvereinbarungen abschließen, damit diese parallele Entsorgungsstruktur aus privatwirtschaftlicher und kommunaler Zuständigkeit geregelt und koordiniert werden kann.

Solch eine Vereinbarung auf das System FLACH und RUND hatte man Anfang der 90er Jahre mit dem „Dualen System Deutschland“ getroffen. Aufgrund des Verpackungsgesetzes von 2019 wurde nun neu über die Ausgestaltung des Trennsystems verhandelt.

Gerne geben wir Ihnen ein paar Tipps, die das Recycling unterstützen:

  • Wenn Verpackungen aus unterschiedlichen Kunststoffen oder generell aus unterschiedlichen Materialien sind, hilft es, wenn Sie diese voneinander lösen. Das betrifft z. B. Schraubverschlüsse von Flaschen und Gläsern sowie Aludeckel oder Papierummantelungen von Joghurtbechern. Die einzelnen Materialien werfen Sie am besten losgelöst voneinander in die Grüne Tonne RUND bzw. im Falle von Papier in FLACH.
  • Für die Sortierung ist es besser, wenn die Wertstoffe lose (ohne Plastiktüte) oder aber in einer nicht verknoteten Plastiktüte in die RUND-Tonne gegeben werden.
  • Stapeln Sie Joghurtbecher o.Ä. nicht ineinander.
  • Es reicht, wenn die Verpackungen löffelrein sind, Sie müssen diese nicht mit Wasser ausspülen.
  • Schwarze Verpackungen sind eine Herausforderung bei der Sortierung, da die Förderbänder in den Sortieranlagen ebenfalls schwarz sind und schwarze Verpackungen daher von den Scannern nicht oder nur sehr schwer erkannt werden. Daher am besten schon beim Einkauf überlegen, ob nicht auf schwarze Kunststoffverpackungen – oder generell auf Kunststoffverpackungen – verzichtet werden kann.